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Die Kirchgemeinde erzählt


Die St.Johanneskirche steht im  Mittelpunkt von Neukalen und das schon seit  dem Jahr 1290. Die Jahre gehen nicht spurlos an einem alten Haus vorüber und auch unsere St.Johanneskirche ist von Schäden betroffen.
Im Turm sind schon lange an allen Ecken Risse zu sehen und der Inneraum ist von Feuchtigkeit befallen, das Gestühl aber auch Altar und Orgelboden weisen Wurmbefall auf und diese Liste könnte noch länger sein. Nachdem wir im letzten Jahr mit Städtebaumitteln und Bauförderung durch den Kirchenkreis das Kirchendach in Stand setzen konnten, steht uns nun wieder eine Baustelle ins Haus.

Schon seit einigen Jahren reden wir von "Neuen Glocken" und den Rissen im Turm. Wir wissen die Mühlen mahlen langsam, das ist auch bei Kirchens so und wenn sie denn in Gang gesetzt sind, geht es manchmal schneller als gedacht. Nun sind Gelder bewilligt, die für die Turmsanierung Verwendung finden und in diesem Zug wird der Glockenstuhl vom Dachstuhl getrennt und in seine ursprüngliche Form zurückgebaut.
Ein alter Kastenstuhl und ein alter Bockstrebenstuhl wurden für die derzeitigen Eisenhartgussglocken verändert - dies wird auch aus Denkmalgründen wieder hergestellt.
Für Neukalen bedeutet das: Wir haben die Glocken früher und schneller als erwartet aus dem Turm nehmen müssen und wir auch die Uhr ausgebaut, um den Weg für die Glocken aus der Glockenstube zu ermöglichen und Baufreiheit für die Gewerke zu schaffen.
Die große Glocke ist durch ihren Klang besonders erhaltenswert, so sagte uns der Glockensachverständige, und so wird sie trotz Material (Eisenhartguß aus der Experimentierphase nach dem 1.Weltkrieg) und Alter (eingebaut 1929) in das neue Geläut wieder aufgenommen. Solange aber werden wir alle nicht nur sehen, sondern auch hören, dass wir bauen - die Uhr steht und die Glocken schweigen für noch unbestimmte Zeit. Auch wenn wir inzwischen 63.000 Euro von den benötigten 70-100.000 Euro für neue Glocken aufgebracht haben. Wir planen jetzt das neue Geläut und in der Glockenstube wird ab Mitte Februar die Arbeit nach dem Baustopp wieder aufgenommen.

Zu den Gottesdiensten und Veranstaltungen sind Sie weiterhin herzlich eingeladen. Wir feiern Gottesdienste in den Wintermonaten im Gemeinderaum Neukalen und der Winterkirche Schorrentin. Unsere Veranstaltungen finden wie gewohnt statt, das Leben geht trotz Baustelle ja weiter - bleiben Sie behütet - im Namen der Kirchengemeinde Pastorin Dr. Kathrin Fenner


Wir halten Sie auf dem Laufenden - mit herzlichen Grüßen, Ihre Kirchengemeinde"

Unsere Kirchenglocken

Seit 2014 wissen wir, dass in der St.Johanneskirche Neukalen der Glockenstuhl und die Glocken erneuert werden müssen.

Geplant haben wir als Kirchengemeinde gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege, der Bauabteilung der Kirchenkreisverwaltung und dem Architekten R.Schönberg die Sanierung des Turms und des Glockenstuhls - konkret die Errichtung eines neuen Kastenstuhls und Rekonstruktion des Bockstrebenstuhls für das neue Geläut.  Glücklicherweise konnte der Baustopp nun aufgehoben werden und so geht es Ende Februar in der Glockenstube wieder los. Bevor die Uhr wieder laufen kann müssen die neuen Glocken geplant, gegossen, transportiert, in den Turm gezogen und eingebaut werden - und das dauert noch.

 

Der Glockensachverständige Dr.C.Peter schreibt zum geplanten neuen Geläut:

Im Hinblick auf die Platzverhältnisse und die klangliche Faktur der großen Eisenglocke kommen zunächst folgende Glocken infrage:

Glocke I Schlagton cis1 + 2 Ø 1773 mm Gewicht ~2200 kg (= vorhandene Eisenglocke)

Glocke II Schlagton fis1 + 2 Ø ~1130 mm Gewicht ~ 900 kg (neu zu gießen)

Glocke I Schlagton gis1 + 2 Ø ~1030 mm Gewicht ~ 700 kg (neu zu gießen)

Glocke I Schlagton ais1 + 2 Ø ~ 900 mm Gewicht ~ 500 kg (neu zu gießen)

 

Als Kirchengemeinde haben wir ein gutes Spendenaufkommen erreicht - eine Großspende und viele Mittlere und zahlreiche kleinere Spenden machen uns das Planen der NEUEN möglich, dafür danken wir herzlich.

Nun sind die beiden letzten großen Glockengießereien Deutschlands angeschrieben worden und wir warten auf ein Angebot zum Neuguß, um dann nicht nur die Zeit, sondern auch das Leben der Gemeinde in Neukalen zu verkünden und zu unseren Veranstaltungen einladen zu können.

 

Gestaltung der Glocken

Als Kirchengemeinderat sind wir uns der Verantwortung für die neuen Glocken durchaus bewusst. Glocken sind immer ein Denkmal für die Geschichte der Kirchengemeinde und auch der Kommune. Der Glockensachverständige wies darauf hin, dass wir eine lange Glockengeschichte haben, die bis ins 16. Jahrhundert zurück reicht.

So haben die beiden größeren der neu zu gießenden Glocken Vorgängerinnen aus dem Jahr 1599 bzw. 1583. Eine Geschichte der Glocken findet sich auch auf der Stadtseite von Neukalen. Dort heißt es:

"Nach Ausweis eines Inventars von 1811 war die eine der beiden älteren Glocken 1583, zur Zeit des Pastors Adam Rasche, von M. Benedictus Heine in Anklam und die andere 1599 von Clawes Bincke in Wismar gegossen worden. 1845 wurde diese beiden Glocken - zur Zeit des Pastors Heinrich Bröcker - von dem Giesser Friedrich Schünemann umgegossen. Zur Zeit des 1. Weltkrieges beschlagnahmte man überall im Lande die Glocken, um diese einzuschmelzen und daraus Kanonen zu gießen."

(http://www.stadt-neukalen.de/texte/seite.php?id=71134)

Wir überlegen nun eine Tafel im Turmraum o.ä. aufzuhängen, die davon erzählt.

Für die Gestaltung tendieren wir zu einer einfachen Ausführung der Schriften und schlagen eine Inschriftenfolge von Glaubenszeugnissen vor, die sich in unserem protestantischen Liedgut finden lassen:

Glocke I Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erde.

Glocke II Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not.  (evtl. zugleich Sterbeglocke)

Glocke III Bis hierher hat mich Gott gebracht.  (evtl. zugleich Stundengeläut)

die Große bleibende Glocke mit ihrem: "Ein feste Burg ist unser Gott" stellt die Tradition der lutherischen Kirche bewusst in den Mittepunkt und zeugt durch das Psalmwort von biblischer Treue.


 

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